Web 2.0 und Kollektive Inhaltsproduktion

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In der vorliegenden Arbeit wollen wir unter kollektiver Inhaltsproduktion die gemeinsame Erzeugung von Informationsinhalten durch mehrere Beteiligte verstehen. Hierbei wird keine quantitative Aussage über die Anzahl der Beteiligten gemacht; es kann sich um einige wenige bis zu unter Umständen mehreren Millionen handeln (wie im Falle der Wikipedia). Des Weiteren sollen die Beteiligten in ihrer Tätigkeit der Inhaltsproduktion von Anwendungen unterstützt werden, die im Web 2.0 verortet sind. Eine kurze und etwas über den Rahmen der Seminarthemenstellung hinausgehende Einordnung soll jedoch auch gegeben werden (siehe unten).

Im Zusammenhang mit der oben erwähntet partizipativen Ausrichtung des Web 2.0, ist u.a. auch der Begriff der Social Software einzuordnen. Scheren manche Autoren die Begriffe Web 2.0 und Social Software über einen Kamm [Wikimanagement, S. 2], so wird eine Unterscheidung von anderen Autoren sehr wohl getroffen. So wird in [Social Software, S. 17] Social Software als Software beschrieben, die Interaktion von Gruppen unterstützt. Dabei wird Social Software als Groupware (siehe unten) klassifiziert, die neben den klassischen Groupware-Funktionen die Möglichkeit bietet, Informationen zu bewerten und zu filtern. Social Software Systeme können somit als Unterkategorie von Web 2.0 Systemen betrachtet werden. Zu den Social Software Systemen gehören letztendlich auch die Wikis, welche eine hervorragende Plattform für die kollektive Produktion von Inhalten bieten und welche in dieser Arbeit detailliert beschrieben werden.

Die Erzeugung von kollektiven Inhalten ist jedoch kein Primat des Web 2.0. Schon seit geraumer Zeit gibt es in der Informatik Bestrebungen, die Zusammenarbeit von mehreren Personen in der Gruppe durch Softwaresysteme zu unterstützen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch gerne von Groupware, für die im Folgenden eine Definition aus [Johansen] angegeben ist, die in [FU 1880, S.7] zu finden ist:

"Groupware is a generic term for specialized computer aids that are designed for the use of collaborative work groups. Typically, these groups are small project-oriented teams that have important tasks and tight deadlines. Groupware can involve hardware, software, services and / or group process support".

Sucht man nach einer Klassifikation für derartige Systeme, so finden sich in der Literatur mehrere Ansätze hierzu. Eine in [FUH 1880] beschriebene Einteilung ordnet die Systeme gemäß dreier Achsen ein, die jeweils eine von drei grundlegenden Tätigkeiten bei der Zusammenarbeit berücksichtigt. Dabei handelt es sich um:

Gemäß der drei Achsen wird das Modell auch als 3K-Modell bezeichnet. Abbildung 2 illustriert das Modell anhand eines Diagramms. Dabei sind die Systeme des Web 2.0 wohl am ehesten der Systemklasse Gemeinsame Informationsräume zuzuordnen, mit den verteilten Hypertextsystemen als Hauptvertreter hierfür.

AbbildungKollektiveInhaltsprod1.png

Abbildung 2 3-K Modell zur Klassifizierung von Groupware [FUH 1880]

Ist in obiger Definition von Groupware noch von eher kleinen Gruppen die Rede, so hat das Web 2.0 eine ganz neue Dimension in die Möglichkeiten der Zusammenarbeit gebracht. So können zahlreiche Benutzer über das Internet gemeinsam an Inhalten arbeiten, ohne dass diese Zusammenarbeit gelenkt werden müsste oder durch sonstige Beschränkungen behindert wäre. Die nächsten Abschnitten werden hoffentlich dazu beitragen, diesen qualitativen Sprung zu verdeutlichen.

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  1. Web 2.0 und Kollektive Inhaltsproduktion
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  5. Wikipedia - ein Praxistest
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