Jubiläumssinfonien

Aus Wiki2011
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Beispiele

Joseph Haydn - Symphonie Nr.6 "Le Matin" --- 24. April 2009

Joseph Haydn - Symphonie Nr.78 c-moll --- 8. Mai 2009

Joseph Haydn - Symphonie Nr.92 G-Dur --- 15. Mai 2009

Felix Mendelssohn Bartholdy - "Italienische Sinfonie" --- 29. Mai 2009

Joseph Haydn - Symphonie Nr.104 D-Dur --- 5. Juni 2009

Joseph Haydn - "Trauersymphonie"--- 12. Juni 2009

Joseph Haydn - "Abschiedssymphonie"--- 19. Juni 2009

Felix Mendelssohn Bartholdy - "Schottische Sinfonie" --- 26. Juni 2009

Joseph Haydn (1732 - 1809)

Biographie

Geburt in Rohrau - Sohn eines Handwerkes - Eltern keine Musiker - Ausbildung zum Chorknaben in Hainburg (lebte dort bei Verwandten) Mit 8 Jahren nach Wien als Chorknabe im Stephansdom. Mit siebzehn wurde er aus dem Chordienst entlassen (Stimmbruch). 10 schwierige Jahre als Musiker, Kammerdiener und Klavierlehrer. erste Streichquartette und eine erste Oper. 1757 Anstellung als Musikdirektor auf Schloss Lukavec in der Nähe von Pilsen. Dort schrieb er erste Sinfonien für das dortige Orchester.

1761 zuerst Vizekapellmeister, später dann, 1766 Kapellmeister bei der Familie Esterházy. Diese Stellung behielt er bis 1790. Bedingt durch seine Stellung hielt sich Haydn entweder in Wien, in Eisenstadt oder auf Schloss Esterházy in Ungarn auf.

Haydn und Mozart

Seit 1783-1884 war Haydn mit Mozart befreundet. Haydn war zu der Zeit einer der angesehensten Komponisten in Europa. Seine Sinfonien wurden in vielen Ländern gespielt. Mozart hatte sich 1781 endgültig als freischaffender Künstler in Wien niedergelassen. Die Uraufführung seines Singspiels "Die Entführung aus dem Serail" im Jahre 1782 war äußerst erfolgreich. Für Mozart war Haydn wahrscheinlich der einzige zeitgenössische Komponist, den er als ebenbürtig anerkannte. Seine sechs Joseph Haydn gewidmeten Streichquatette sind ein Ausdruck der Bewunderung Mozarts für Hadyns sechs Streichqratette op. 33.

Beide Komponisten waren Mitglieder der selben Freimaurerloge "Zur wahren Eintracht". Haydn wurde am 11. Februar 1785 Mitglied der Loge "Zur wahren Eintracht" – am Abend nach Haydns Aufnahme fand in der Wohnung von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) ein Privatkonzert statt. Haydn hatte erstmals Gelegenheit, die ihm von Mozart gewidmeten neuen Streichquartette zu hören. Im Anschluss an dieses Konzert sagte Haydn zu Leopold Mozart, dem Vater des Komponisten: "Ich sage ihnen vor gott, als ein ehrlicher Mann, ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und den Nahmen nach kenne: er hat geschmack, und über das die größte Compositionswissenschaft."

Die Widmung Mozarts seiner 1885 bei Artaria in Wien herausgegebenen Quartette ist in italienisch abgefasst:

Al mio caro amico Haydn.

Un padre, avendo risolto di mandare i suoi figli nel gran mondo, stimò doverli affidare lla protezzione e condotta d'un uomo molto celebre in allora, il quale per buona sorte era di più il suo megliore amico. Eccoli del pari, uom celebre ed amico mio carissimo, i sci mici figli. Essi sono, è vero, il frutto d'una lunga e laboriosa, fatica, pur la speranza fatta mi da più amici di vederla almeno in parte compensita m'incoraggisce e mi lusinga, che questi parti siano per esser mi un giorno di qualche consolazione. Tu stesso, amico carissimo, nell'ultimo tuo soggiorno in questa capitale mene dimostrasti la tua soddisfazione. Questo tuo suffragio mi anima sopra tutto, perchè io le ti raccommandi, e mi fa sperare, che non ti sembreranno del tutto indegni del tuo favore. Piacciati dunque accoglierli benignamente ed esser loro padre, guida ed amico. Da questo momento io ti cedo i miei diritti sopra di essi, ti supplico però di guardare con indulgenza i difetti, che l'occhio parziale di padre mi può aver celati, e di contiuar, loro malgrado, la generosa tua amicizia a chi tanto l'apprezza, mentre sono di tutto cuore il suo sincerissimo amico. [1]

"Ein Vater, der sich entschlossen hat, seine Kinder in die große Welt zu schicken, will sie natürlich der Obhut und Führung eines hochberühmten Mannes anvertrauen, noch dazu wenn das Glück es will, dass dieser sein bester Freund ist. ..."


Wikipedia-Artikel - englisch

Werkbesprechungen

Le Matin

- 1761 als erster Teil einer Sinfonien-Trilogie (Matin,Midi,Soir) komponiert. Wurde angeblich vom Erzherzog angeregt. Frühphase Haydns, in der er die Möglichkeiten des ihm zur Verfügung stehenden Orchesters austesten konnte.

Zitat:

Mein Fürst war mit allen meinen Arbeiten zufrieden, ich erhielt Beyfall, ich konnte als Chef eines Orchesters Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt, und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen; ich war von der Welt abgesondert. Niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so musste ich original werden.


Orchesterbesetzung:

Während seiner ersten Jahre am Hofe Esterházy (bis ca. 1768) bestand die normale Besetzung aus 13 bis 16 Musikern: die Streicher verteilten sich im allgemeinen 3-3-1-1-1 (obwohl zeitweilig bis zu 8 Violinen eingesetzt worden sein mögen), dazu kamen Oboen and Hörner paarweise, ein Fagott (das den Basspart von Cello und Kontrabass verstärkte), und oft eine Flöte; Trompeten und Schlagzeug kamen nur im Ausnahmefall hinzu.


Symphonie Nr. 78 c-moll

Die dritte und letzte der 1782 für eine geplante, dann aber doch nicht zustande gekommene Englandreise Haydns (1732-1809) geschriebenen Symphonien, Nr. 78, ist eine c-Moll-Symphonie. Nicht erst für Beethoven und dessen Nachfolger im 19. Jahrhundert, sondern auch schon bei Haydn ist c-Moll eine besondere, mit den Ingredienzien außerordentlicher Expressivität versehene Tonart. Nr. 78 nimmt in dieser Beziehung die genaue Mitte zwischen ihren beiden c-Moll-Schwestern im Schaffen Haydns ein: der Nr. 52 von 1770, einem typischen Werk aus Haydns sog. “Sturm und Drang’-Periode, und der innerlich “klassisch-gebändigten’ Nr. 95 aus dem ersten Londoner Aufenthalt, 1791. Es gibt wohl keinen Symphoniesatz Haydns, der von so weit hinaus getriebener experimenteller Chromatik wäre wie der Kopfsatz der Nr. 78. Schon das Hauptthema, das da im Unisono einsetzt (und das, wie Robbins Landon meint, dem Hauptthema des ersten Satzes von Mozarts c-Moll-Klavierkonzert KV 491 von 1786 als direkte Vorlage gedient haben könnte), ist harmonisch unstet, “vagierend’. Auf diese Weise dient es durchwegs als Ansatzpunkt kühner Durchgänge und Modulationen; auch der harmonisch stabilere Seitensatz mit Schlussgruppe ist an charakteristischer Stelle von einer “nicht passenden’ Durchgangsharmonie geprägt, die “zufällig’ aus der parallelen chromatischen Linienführung der Streicherstimmen entsteht. Die konsequent und immer wieder neu ansetzenden Durchführungszüge fordern so viel Raum und Energie, dass nur noch Platz für eine rudimentäre Reprise übrig bleibt, die eigentlich nur noch aus einem Rest des Seitensatzes mit Schlussgruppe besteht. [2]


Besetzung: Fl 2 Ob 2 Fg 2 Hr – Str

Symphonie Nr. 104 D-Dur

Haydns letzte Symphonie. Wie alle Werke der letzen Londoner Reihe hier zum ersten Mal mit 2 Klarinetten besetzt. Am 4. Mai 1795 wurde sie bei einem Benefizkonzert zu Ehren des Komponisten im Londoner Haymarket Theatre uraufgeführt.

Langsame Einleitung in d-moll - Anklänge an die alte Französische Ouverture mit den doppelten Punktierungen und eine Art Antizipation Brucknerscher Symphonie-Themen.

Haydn in der Nachschau zu seinem Konzert:

Den 4th May 1795 gab ich mein Benefiz-Konzert im Haymarket-Theater. Der Saal war voll von auserlesener Gesellschaft. a) Erster Teil der Militär-Symphonie; Aria (Rovemdino); Concert (Ferlandy) zum erstenmale; Duett (Morichelli und Morelli) von mir; eine neue Symphonie in D und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen, b)zweyter Theil der Militär-Symphone; Aria(Morichelli), Concerto (Viotti), Scena nuova von mir, Mad. Bant (She sang very scanty). Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich. Ich machte an diesem Abend vier tausend Gulden. So etwas kann man nur in England machen.

Besetzung: 2 Fl 2 Ob 2 Kl 2 Fg 2 Tr 2 Hr Pk – Str

Symphonie Nr. 44 e-moll

Podcast zum 200. Todestag von Haydn im Deutschlandfunk

ca. 175 Barytonwerke von Haydn, Fürst Nikolaus war ein passionierter Spieler, Haydn beherrschte selbst dieses Instrument.

Roland Hutchinson erklärt die Spielweise des Baryton


Besetzung: 2 Ob Fg 2 Hr Str


Entstanden 1770/1771

Menuetto e Trio, Allegretto canone in diapason - Eigenartiger Menuettsatz. Vor dem Adagio. Durchgehaltener Kanon in der Oktave bis zum Trio. Typischer Aufbau eines Haydnschen Orchestermenuetts mit zwei Abschnitten in der Haupttonart, die jeweils wiederholt werden und einem Trio mit reduzierter Instrumentation in anderer Tonart.

Presto - Thema im Unisono, dann zunehmende polyphone Satzart. Kurzer Doppelkanon des zweiten Themas.

Symphonie Nr. 45 fis-moll

Besetzung: 2 Ob Fg 2 Hr – Str

Entstanden: 1772


Abschiedssymphonie 2009

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 - 1847)

Biographie

...der Mozart des neunzehnten Jahrhunderts... R. Schumann

Mich dürstet nach Deiner Nähe. – Meiner Doris und meinem besten Schüler will ich gern Dein Angesicht zeigen, ehe ich von der Welt gehe, womit ich’s freilich so lange als möglich aushalten will. – Der letztere ist ein guter hübscher Knabe, munter und gehorsam. Er ist zwar ein Judensohn, aber kein Jude. Der Vater hat mit bedeutender Aufopferung seine Söhne nicht beschneiden lassen und erzieht sie, wie sich’s gehört. Es wäre wirklich einmal eppes Rores, wenn aus einem Judensohn ein Künstler würde. K.F. Zelter

Felix Mendelssohn Bartholdy … hat uns gezeigt, daß ein Jude von reichster spezifischer Talentfülle sein, die feinste und mannigfaltigste Bildung, das gesteigertste, zartempfindende Ehrgefühl besitzen kann, ohne durch die Hilfe aller dieser Vorzüge es je ermöglichen zu können, auch nur ein einziges Mal die tiefe, Herz und Seele ergreifende Wirkung auf uns hervorzubringen, welche wir von der Kunst erwarten … R. Wagner

Mich verstimmte die Nähe Mendelssohns, den ich einmal auf der Straße sah und sehr gealtert und ins Jüdische verhäßlicht fand. Theaterdirektor Carl Immermann in Düsseldorf



Kindheit (1809–1824) Geschwister, Fanny, Rebecca, Paul 1816 Konvertierung zum prostestantischen Glauben frühe Kompositionen, Begegnung mit Goethe 1821 1829 Urauffhrung der Matthäus-Passion von Bach, erste Reise nach London 1830/31 Reise nach Italien Bewerbung auf die Position des Direktors der Sing-Akademie zu Berlin. Bei der Abstimmung der Mitglieder unterlag er aber dem langjährigen Vizedirektor Carl Friedrich Rungenhagen. 1833 Uraufführung der “Italienische Sinfonie” in London Jugend (1825–1829) Erste Konzertreisen (1829–1832) Berlin, Düsseldorf und Frankfurt (1832–1835) Leipzig (1835–1841) Berlin (1841–1845) Letzte Jahre in Leipzig

"Schottische Sinfonie"

Besetzung: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, Pauken und Streicher.

Entstehung: 1829 - 1842


Mendelssohn bereiste im Jahr 1829 nach einem Konzertaufenthalt in England mit seinem Freund Karl Klingemann Schottland.

Die Eindrücke aus der schottischen Reise verarbeitete der Komponist in der 1833 uraufgeführten Hebriden-Ouvertüre und in der 3. Sinfonie.


Lebensstationen:

1833 Mendelssohn Bewerbung als Leiter der Berliner Singakademie wird abgelehnt.

1833 arbeitet als Musikdirektor in Düsseldorf. Schwierige Arbeitsbedingungen.

1835 übernimmt die Leitung der Gewandthauskonzerte in Leipzig.

1836 Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig.

1837 heiratet mit Cécile Jeanrenaud. 5 Kinder.

1841 Berufung nach Berlin

1842 Preußischer Generalmusikdirektor

1843 Gründung des Leipziger Conservatoriums - die erste Musikhochschule Deutschlands

1845 Wiederaufnahme der Stellung als Leiter der Gewandhauskonzerte

1847 Mendelssohn stirbt ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Schwester Fanny


Literatur: Die Orchestersinfonien Felix Mendelssohn Bartholdys

interessante Seite zur Biographie

Links

Musikgeschichte

alle 107 Sinfonien online:

Podcasts vom ORF zu Haydn

Anmerkungen

  1. Projekt Gutenberg:
  2. vergl:
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge